Digitale Sonderlösungen schaffen Mehrwert

08.10.2026

Digitale kundenspezifische Lösungen bei Linde Material Handling auf dem Vormarsch

Über einen wachsenden Anteil digitaler kundenspezifischer Lösungen (Customized Options, COs) berichtet Intralogistikspezialist Linde Material Handling (MH). Wurden in der Vergangenheit gewünschte Anpassungen mithilfe neu entwickelter Hardwarekomponenten umgesetzt, geschieht dies immer öfter über Software-Updates. Der Vorteil: Neue digitale COs lassen sich über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg in die Fahrzeuge integrieren. Das sorgt für ein hohes Maß an Investitionssicherheit.

„Wissen wir heute schon, welche Anforderungen der innerbetriebliche Materialfluss in Zukunft erfüllen muss und welche technischen Möglichkeiten dann zur Verfügung stehen? Sicherlich nicht, deshalb ist es so wichtig, dass Flurförderzeuge über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg mit neuen Funktionen ausgestattet werden können“, schildert Stefan Prokosch, Senior Vice President Customized Solutions für Linde Material Handling. Grundlage dafür bilden die moderne elektrische/elektronische (E/E) Architektur der Fahrzeugsteuerung sowie der digitale Zwilling des Staplers, der am Ende des Montagebandes fest mit dem realen Fahrzeug verknüpft ist. Auf diese Weise können neue Fahrzeugfunktionen unter Einhaltung höchster Sicherheitsstandards „over the air“ auf das Fahrzeug gespielt werden. „Gleichzeitig nutzen wir die Systemvoraussetzungen zur Parametrisierung neuer Funktionen und entwickeln neue, kundenspezifische Lösungen“, erläutert Stefan Prokosch.

Unverzichtbar für viele Intralogistikprozesse

„Kundenspezifische Lösungen haben für den innerbetrieblichen Materialfluss vieler Betriebe einen hohen Stellenwert. Denn durch die genauere Abdeckung des Anforderungsprofils machen sie den Einsatz der Flurförderzeuge sicherer, effizienter und produktiver oder überhaupt erst möglich“, verdeutlicht der Experte. Einen Beleg dafür liefert die Produktionsstatistik: Mehr als ein Drittel aller Flurförderzeuge der Marke Linde verfügt ab Werk über eine CO. Dabei handelt es sich häufig um sogenannte Wiederhol-COs, d. h. Zusatzfunktionen, die nach der erstmaligen Entwicklung auch von anderen Kunden genutzt werden.

Kundenspezifische Lösungen werden bei Linde MH zunehmend durch Software-Updates realisiert.

Bisher dominierten die mechanischen COs: Die Hardware-Anpassungen reichen von komplett in Edelstahl ausgeführten Niederhubwagen für die Lebensmittelindustrie über angepasste Bedienelemente für Fahrer mit körperlichen Einschränkungen oder spezielle Gabeln für die Aufnahme von Flachpaletten in der Möbelindustrie bis hin zu hitzebeständigen Joysticks aus Holz für Gießereibetriebe oder einem Schubmaststapler mit „Pinocchio-Nase“, einem Lastaufnahmegerät für den besonders schonenden Transport tonnenschwerer Rollen in der Papierindustrie.

Mehr Möglichkeiten dank digitaler COs

Mit digitalen COs wird das Potenzial, Sonderwünsche zu erfüllen, deutlich größer. Für ein Kundenunternehmen wurde beispielsweise die Funktion realisiert, dass beim Rückwärtsfahren die Lautstärke des Radios automatisch leiser wird, damit sich der Fahrer besser auf die anspruchsvollere Aufgabe konzentrieren kann. Ebenfalls für mehr betriebliche Sicherheit sorgt eine oben auf dem Fahrerschutzdach angebrachte Rundumleuchte, die anzeigt, ob der Fahrer seinen Gurt angelegt hat. Ein weiteres digitales Sicherheitsfeature sorgt für eine automatische Reduktion der Fahrgeschwindigkeit auf 2 km/h. Sie wird immer dann aktiv, wenn die zu bewegende Last ein bestimmtes Gewicht überschreitet und die Gabelzinken über eine bestimmte Höhe angehoben werden.

COs als fester Bestandteil des Produkt- und Lösungsportfolios von Linde MH

„Im Wettbewerbsumfeld steht Linde MH für besonders performante Flurförderzeuge, die unseren Kunden das entscheidende Mehr an Produktivität bieten. Dazu leisten kundenspezifische COs einen spürbaren Betrag“, hebt Prokosch hervor. Ein global aufgestelltes, interdisziplinäres Team kümmert sich beim Intralogistikspezialisten um Planung und Umsetzung der COs. Ein grafischer Editor unterstützt die Entwickler dabei, neue digitale Funktionen schneller zu generieren und die entsprechende Parameterdatei auf das Fahrzeug zu übertragen.

Fachpresse

Heike Oder